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Recht und TechnikVeröffentlicht am 30. Oktober 20265 Min. Lesezeit

BFSG: Was das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für Websites und Onlineshops bedeutet

Seit Juni 2025 gilt das BFSG. Wer betroffen ist, welche Ausnahme es für Kleinstunternehmen gibt und welche Anforderungen an Shops und Websites gelten.

Kurz gesagt: Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Es betrifft vor allem Onlineshops und andere digitale Angebote, über die Verbraucher Verträge abschließen. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind ausgenommen. Für alle anderen lohnt sich ein genauer Blick auf die eigene Website.
Hinweis: Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Ob und wie das BFSG für dein Unternehmen gilt, klärst du im Zweifel mit einer Anwältin, einem Anwalt oder deiner IHK.

Was regelt das BFSG?

Das Gesetz setzt eine EU-Richtlinie um. Ziel ist, dass Menschen mit Einschränkungen digitale Produkte und Dienstleistungen ohne fremde Hilfe nutzen können, zum Beispiel mit einem Screenreader, nur mit der Tastatur oder mit vergrößerter Schrift.

Wer ist betroffen?

  • Onlineshops, die an Verbraucher verkaufen.
  • Websites mit Vertragsabschluss, zum Beispiel Online-Terminbuchung mit Vertrag, Buchungsstrecken oder Bestellformulare für Verbraucher.
  • Apps und weitere digitale Dienstleistungen im Verbrauchergeschäft.
Reine B2B-Angebote und reine Informationsseiten ohne Vertragsabschluss fallen nach verbreiteter Einschätzung in der Regel nicht darunter. Die Grenzen sind im Einzelfall aber nicht immer eindeutig.

Die Ausnahme für Kleinstunternehmen

Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen erbringen, sind von den Anforderungen ausgenommen. Als Kleinstunternehmen gilt, wer weniger als zehn Beschäftigte hat und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme erreicht. Für Hersteller von Produkten gilt diese Ausnahme nicht.

Welche Anforderungen gelten?

Als Maßstab dient die europäische Norm EN 301 549, die sich auf die Stufe AA der Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.1) bezieht. In der Praxis heißt das unter anderem:
  • Ausreichende Kontraste zwischen Text und Hintergrund
  • Bedienung aller Funktionen mit der Tastatur, inklusive Warenkorb und Checkout
  • Alternativtexte für Bilder und eine saubere Überschriftenstruktur
  • Formulare mit klaren Beschriftungen und verständlichen Fehlermeldungen
  • Skalierbare Schrift und Untertitel für wichtige Videos
  • Eine Erklärung zur Barrierefreiheit, die auf der Website abrufbar ist

Was passiert bei Verstößen?

Die Marktüberwachung der Länder kann Nachbesserungen verlangen und im äußersten Fall untersagen, dass ein Angebot weiter betrieben wird. Zusätzlich sind Bußgelder von bis zu 100.000 Euro möglich. Auch Abmahnungen durch Mitbewerber oder Verbände sind denkbar.

Was du jetzt tun kannst

  1. Prüfen, ob dein Angebot und dein Unternehmen grundsätzlich unter das BFSG fallen.
  2. Die wichtigsten Seiten und den kompletten Kaufprozess einmal nur mit der Tastatur durchgehen.
  3. Kontraste, Alternativtexte und Formulare überarbeiten.
  4. Bei Shop-Systemen auf barrierearme Themes und Apps achten.
  5. Eine Erklärung zur Barrierefreiheit erstellen und verlinken.

Häufige Fragen

Gilt das BFSG für meine Firmenwebsite ohne Shop?

Wenn über die Seite keine Verträge mit Verbrauchern abgeschlossen werden, in der Regel nicht. Barrierearme Seiten sind trotzdem sinnvoll, weil sie für alle Besucher leichter zu bedienen sind.

Reicht ein Plugin oder Overlay für Barrierefreiheit?

Meist nicht. Solche Werkzeuge können einzelne Punkte verbessern, ersetzen aber keine saubere Umsetzung von Struktur, Kontrasten und Bedienbarkeit.

Ist Shopify automatisch barrierefrei?

Shopify bringt gute Grundlagen mit. Wie barrierearm dein Shop tatsächlich ist, hängt aber stark von Theme, Apps, Bildern und Texten ab.

Wie geht es weiter?

Wir schauen uns deine Website oder deinen Shop an und zeigen dir typische Barrieren und sinnvolle Verbesserungen. Sprich uns im kostenlosen Erstgespräch an oder nutze den kostenlosen Website-Check. Mehr zu unseren Shop-Projekten findest du unter Shop-Optimierung.
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